Persisches Fest: Amordadgan feiern – Natur, Dankbarkeit und bleibendes Leben
Der Iran ist ein Land mit vielen alten und bedeutungsvollen Festen; Festen, die ihre Wurzeln in der Natur, im Lauf der Zeit, in Dankbarkeit und in der Verbindung des Menschen mit dem Leben haben. Unter diesen wertvollen Bräuchen nimmt Amordadgan einen besonderen Platz ein: ein zoroastrisches Fest, das an Unsterblichkeit, Wachstum, Grün und den Schutz der Natur erinnert. Dieses Fest und viele andere iranische Feiertage sind Teil unserer kulturellen Identität und erinnern uns an Liebe, Dankbarkeit, Freude und den Respekt vor der lebendigen Welt.
Amordad:
Der Name Amordad geht auf das avestische Wort Ameretāt zurück und bedeutet Unsterblichkeit, Nicht-Vergehen und Fortdauer des Lebens. Amordad ist einer der sieben Amesha Spenta, der heiligen Wesenskräfte im zoroastrischen Glauben.
Amordad steht besonders für den Schutz von Pflanzen, Wachstum und allem Lebendigen. Zusammen mit Chordat (Haurvatāt, Ganzheit und Vollkommenheit) verkörpert er die Fülle, Gesundheit und dauerhafte Erneuerung des Lebens.
Die häufige Schreibweise „Mordad“ ist im heutigen persischen Kalender üblich. Sprachgeschichtlich bewahrt jedoch „Amordad“ die ursprüngliche Bedeutung deutlicher: Das vorangestellte „a-“ ist eine Verneinung; Ameretāt bedeutet also wörtlich „Nicht-Sterben“. Es ist daher nicht ganz richtig, den heutigen Monatsnamen „Mordad“ als eigenständiges Wort mit der Bedeutung „Tod und Vernichtung“ zu erklären. Für den religiösen und geschichtlichen Zusammenhang ist die Form Amordad dennoch treffender.
Die Begriffe aus Yasna 34, Vers 11
- Chordat / Chordād: Ganzheit, Vollkommenheit, Wohlergehen
- Amordad / Ameretāt: Unsterblichkeit, Dauerhaftigkeit
- Schahriwar / Chschathra: gute Herrschaft, wünschenswerte Kraft und Ordnung
- Bahman / Vohu Manah: guter Sinn, gutes Denken
- Asha: Wahrheit, rechte Ordnung, Wahrhaftigkeit
- Sepandarmad / Spenta Armaiti: hingebungsvolle Gesinnung, Demut, Frieden und Verbundenheit
Sinngemäß wird in diesem Gatha-Abschnitt die Bitte ausgedrückt, dass Weisheit, gute Ordnung, Wahrhaftigkeit, gute Gesinnung, Vollkommenheit und Unsterblichkeit die Kraft geben mögen, dem Bösen zu widerstehen.
Feste im Amordad-Monat
7. Amordad: #Jashn_e_Amordadgan
Das Amordadgan-Fest wird begangen, wenn im Monat Amordad der Tag Amordad eintritt. Da Amordad im zoroastrischen Tageskalender der siebte Tag ist, fällt dieses Fest auf den 7. Amordad.
Es ist ein Fest zu Ehren von Amordad, des Hüters der Pflanzen und der Lebenskraft. Traditionell bietet es sich an, Bäume, Gärten, Quellen und die Natur besonders zu achten und zu schützen.
Die Angabe „3. Amordad“ für Amordadgan ist daher nicht korrekt; der Namenstag Amordad ist der siebte Tag des Monats.
10. Amordad: Ābān-Tag
In Teilen des südlichen Chorasan wird um diese Zeit das Sommer-Čelle-Fest begangen. Es gehört zu regionalen Traditionen und wird nicht überall in gleicher Form gefeiert.
15. bis 19. Amordad: #Maidyoshahem
Das Gahambar Maidyoshahem bedeutet „Mitte des Sommers“. Es zählt zu den sechs großen jahreszeitlichen Gahambaren. Sein Beginn ist der 15. Amordad, der Tag Dey be Mehr.
17. Amordad: Srosch-Tag
Dieser Tag ist in der deilamischen beziehungsweise gilakischen Zeitrechnung mit dem Beginn des neuen Jahres verbunden. Das gilakische Neujahr wird oft als Nowruz Bel bezeichnet.
18. Amordad: Raschne-Tag
Überliefert sind auch regionale Bräuche aus Sogdien, darunter ein Fest des geselligen Trinkens und gemeinschaftlichen Feierns. Solche Angaben beziehen sich auf örtliche und historische Traditionen, nicht auf ein allgemein zoroastrisches Pflichtfest.
Hinweis: Die genaue Zuordnung zoroastrischer Tage zu iranischen oder gregorianischen Daten kann je nach verwendeter Kalendertradition – etwa Fasli, Schahanschahi oder Kadmi – unterschiedlich sein.
💚 Möge Amordad uns an den Wert des Lebens, der Natur und der bleibenden guten Taten erinnern.
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Persisches Fest: Amordadgan feiern – Natur, Dankbarkeit und bleibendes Leben




