Adventwochen des iranischen Kalenders: Wind-Woche
Adventwochen des iranischen Kalenders: Wind Woche
Nowruz (Neujahr) Vorbereitung
Der Name des letzten (12.) Monats im iranischen Kalender ist „Esfand“ (auch „Sepand“ genannt), in der mittelpersischen Sprache (Pahlavi) „Sepandarmad“, was Bescheidenheit bedeutet. Klimatisch betrachtet ist dieser letzte Monat des Winters noch gemäßigter als die zwei vorangegangenen Wintermonate. Als Kind habe ich in meinem Heimatort (Azerbaijan) mit fester Überzeugung darauf gewartet, die klimatische Milderung der Natur in diesem Monat zu erleben.
Mein Landsleute sind der Überzeugung, daß die vier Wochen dieses Monats wie folgt geregelt sind:

- Die Woche der Luft (Himmel=Wind)
- Die Woche des Wassers
- Die Woche der Erde
- Die Woche des Feuers
In der iranischen Mythologie sind diese vier Naturelemente als erste in der Schöpfung gereiht. Ihnen folgen die Pflanzen, Tiere und Menschen.
Prof. Parsay
Frühjahrswinde im Iran
Die Frühjahrswinde im Iran spielen eine wichtige Rolle für Klimaschwankungen, den Feuchtigkeitsaustausch, die Entstehung von Niederschlägen und sogar das Auftreten von Phänomenen wie Staubstürmen. Diese Winde sind in der Regel von Spätwinter bis Frühfrühling aktiv und weisen aufgrund der geografischen Lage des Iran in den verschiedenen Landesteilen unterschiedliche Eigenschaften auf.
- Ursachen der Entstehung frühjahrszeitlicher Winde
Die wichtigsten Faktoren, die diese Winde erzeugen, sind:
- Druckunterschiede zwischen winterlichen Hochdruckgebieten und frühlingshaften Tiefdruckgebieten
- allmählicher Temperaturanstieg und atmosphärische Instabilität
- Verlagerung kalter und warmer Luftmassen
- Aktivierung mediterraner und sudanesischer Wettersysteme
- Wichtige Frühjahrswinde im Iran
a) West- und südwestliche Winde
- Ursprung: Mittelmeer und gelegentlich das Rote Meer
- Eigenschaften: feucht, relativ mild
- Auswirkungen:
- Regen- und Schneefälle im Westen, Nordwesten und Zagros-Gebirge
- Erhöhung der Luftfeuchte
- Beginn des Schneeschmelzens in höheren Lagen
b) Südliche Winde (sudanische Winde)
- Ursprung: tropische Regionen und das Rote Meer
- Aktivitätszeit: Spätwinter
- Auswirkungen:
- Transport von Feuchtigkeit in den Süden und in die Mitte des Iran
- starke und teils überschwemmungsartige Niederschläge
- Temperaturanstieg vor Nowruz
c) Östliche und nordöstliche Winde
- Ursprung: Zentralasien und Sibirien
- Eigenschaften: kalt und trocken
- Auswirkungen:
- Temperaturrückgang im Osten und Nordosten des Iran
- Verschärfung der Trockenheit
- in manchen Regionen begleitet von Staubaufwirbelungen
d) Lokale Frühjahrswinde
- 120-Tage-Wind von Sistan (früher Beginn)
- beginnt manchmal bereits im Spätwinter
- sehr trocken und staubführend
- direkte Auswirkungen auf Sistan und Belutschistan
- Hang-zu-Tal-Winde (berg-zu-ebene Winde)
- verursacht durch Temperaturunterschiede zwischen Nacht und Tag
- verstärkt zum Ende des Winters
- spielen eine Rolle bei der Durchlüftung und dem Feuchtigkeitsaustausch
- Umwelt- und Gesellschaftsauswirkungen
- Unterstützung des Beginns der Vegetationsperiode
- erhöhte Überschwemmungsgefahr durch Schneeschmelze und starke Niederschläge
- Ausbreitung von Staub in trockenen Gebieten
- Auswirkungen auf die Landwirtschaft, insbesondere auf den Zeitpunkt der Frühjahrsaussaat
- Zusammenfassung
Die Frühjahrswinde im Iran sind das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen verschiedener Luftmassen. Sie gelten als Anzeichen des Übergangs von Winter zu Frühling und können je nach Region sowohl nützlich als auch schädlich sein. Die Kenntnis dieser Winde ist für Wettervorhersage, Wassermanagement und landwirtschaftliche Planung von großer Bedeutung.
Kurze Erklärung zu Klimakarten und den vier natürlichen Ereignissen vor Nowruz
Klimakarten sind Werkzeuge, die mit Daten wie Temperatur, Luftdruck, Niederschlag, Wind und Luftfeuchte den Zustand und die Veränderungen der Atmosphäre in einer Region darstellen. Im Iran helfen diese Karten dabei, die Anzeichen des nahenden Frühlings, insbesondere in den vier Wochen vor Nowruz, besser zu erkennen.
In diesem Zeitraum erscheinen auf Klimakarten meist vier wichtige natürliche Ereignisse, die den Frühling ankündigen:
- Abschwächung winterlicher Hochdruckgebiete
- Auf Bodendruckkarten ist der Rückzug der kalten sibirischen Luft und die Abnahme starker winterlicher Drucksysteme zu sehen. Diese Veränderung ebnet den Weg für das Eindringen frühlingshafter Systeme.
- Aktivierung feuchter westlicher und südlicher Winde
- Wind- und Feuchte-Karten zeigen verstärkte westliche und südwestliche Strömungen, die Feuchtigkeit aus dem Mittelmeer und dem Roten Meer nach Iran transportieren und zu Frühlingsniederschlägen führen.
- Allmählicher Temperaturanstieg
- Auf Temperaturkarten ist ein Anstieg der Tag-/Nachttemperaturen und eine Abnahme von Frostereignissen erkennbar; ein deutliches Zeichen für das Ende des Winters und den Beginn des Pflanzenwachstums.
- Zunehmende atmosphärische Instabilität
- Niederschlags- und Bewölkungskarten zeigen die Ausbildung von Schauern, Gewittern und gelegentlich lokal begrenzten Sturmböen, typisch für die Luftverhältnisse vor dem Frühling.
Insgesamt dokumentieren Klimakarten diese vier Wochen nachvollziehbar und zeigen, wie die Natur im Iran schrittweise vom Winter zum Frühling und zu den Nowruz‑Feierlichkeiten übergeht.
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