Dreitausend Jahre altes Tongefäß aus Rudbar – Einzigartiges iranisches Kulturerbe im Nationalmuseum
Das dreitausend Jahre alte Tongefäß von Rudbar
Dieses Bild zeigt ein einzigartiges Tongefäß aus Rudbar, das ein Alter von etwa dreitausend Jahren hat.
In einem Grab wurden aufwendige Weinzeremonien mit speziell angefertigten Krügen abgehalten. Wie dieser Tonkrug, hergestellt zwischen 850 und 550 v. Chr., mit nicht weniger als sieben miteinander verbundenen Krügen und einem schnabelförmigen Ausguss.
Dieses beeindruckende Werk ist in einer kombinierten Form aus Mensch, Tier und mehreren Gefäßkammern gestaltet und gilt als ein hervorragendes Beispiel für die Kreativität und Vorstellungskraft der Töpfer im alten Iran.
Die Gesamtform erinnert an eine Karawane oder ein Transportgefäß für Flüssigkeiten, bei dem am hinteren Ende die Figur eines Menschen und vorne der Kopf eines Tieres zu sehen ist.
Solche Objekte hatten in den altiranischen Kulturen neben ihrem alltäglichen Gebrauch oft auch rituelle und symbolische Funktionen.
Die Verwendung mehrerer Kammern in einem einzigen Gefäß zeigt das technische Wissen und das fortschrittliche Design der Töpfer jener Zeit.
Dieses Werk wird heute im Nationalmuseum des Iran aufbewahrt und zählt zu den seltenen Beispielen von voluminöser, figürlich gestalteter Keramik.
Es vermittelt ein lebendiges Bild von Kunst und Leben der Menschen auf dem iranischen Hochland.
Ergänzender Text über iranische Kunst und 7000 Jahre Geschichte:
Die iranische Kunst blickt auf eine rund 7000-jährige Geschichte zurück und gehört zu den ältesten kontinuierlichen Kunsttraditionen der Welt.
Von den frühen Siedlungen auf dem iranischen Hochland über die Elamiter, die Achämeniden, Parther und Sassaniden bis hin zur islamischen Zeit hat sich eine beeindruckende Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksformen entwickelt:
Keramik, Metallkunst, Textilien, Architektur, Miniaturmalerei und Kalligrafie.
Keramikgefäße wie das dreitausend Jahre alte Tongefäß aus Rudbar sind Teil dieser langen Entwicklung.
Sie zeigen, dass Kunst im Iran nie nur dekorativ war, sondern immer auch Träger von Symbolen, Geschichten und Weltbildern.
Über Tausende von Jahren hinweg vereinten iranische Künstler handwerkliche Perfektion mit tiefem Sinn für Ästhetik, Spiritualität und Innovation.
So spiegeln Werke aus unterschiedlichen Epochen – von prähistorischer Keramik über die Reliefs von Persepolis bis zu fein ausgearbeiteten Miniaturen und Teppichen – die kulturelle Kontinuität und den Reichtum der iranischen Zivilisation wider.
Die 7000-jährige Kunst- und Kulturgeschichte Irans ist deshalb nicht nur für die Region, sondern für das gesamte Weltkulturerbe von großer Bedeutung.
Die altiranische Kultur
Die altiranische Kultur umfasst die reiche und diverse Zivilisation der frühen iranischen Völker, die sich durch das Achämenidenreich (ca. 550–330 v. Chr.) manifestierte, mit tiefen Wurzeln in indoiranischen Traditionen und einer Blütezeit unter den Achämeniden, die eine multikulturelle, prunkvolle Gesellschaft mit beeindruckender Kunst (Persepolis), Verwaltung, Religion (Zoroastrismus als Kern) und einer Sprache schufen, die bis heute in der persischen Kultur weiterlebt, aber auch die Steppenvölker wie die Skythen prägte.
Hauptmerkmale der altiranischen Kultur:
Achämenidenreich (ca. 550–330 v.Kr.): Das erste persische Großreich, das eine immense Vielfalt an Völkern, Kulturen und Religionen vereinte, von Kleinasien bis nach Indien.
Religion: Tief verwurzelt in der indoiranischen Religion, entwickelte sich die altpersische Religion mit starken zoroastrischen Elementen, die sich in Kunst und Texten widerspiegelte.
Kunst und Architektur: Monumentale Bauten wie Persepolis zeugen von der Macht und dem Reichtum, mit beeindruckenden Reliefs und Inschriften, die königliche Propaganda und religiöse Vorstellungen vermitteln.
Sprache: Die altpersische Sprache war die Sprache der Administration und der Königsinschriften.
Kultureller Einfluss: Sie beeinflusste nicht nur nachfolgende persische Dynastien, sondern auch die Steppenvölker Zentralasiens (Skythen) und hinterließ bleibende Spuren in der Ethnogenese der Turkvölker.
Werte: Respekt, Gastfreundschaft und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur (z.B. im Neujahrsfest Nouruz) sind zentrale Elemente.
Zoroastrismus: Die Religion unter den Achämeniden, die Ahura Mazda verehrte und die Dualität von Gut und Böse betonte, legte den Grundstein für spätere persische Glaubensvorstellungen.
Persepolis: Die zeremonielle Hauptstadt der Achämeniden ist ein Hauptzeugnis der altiranischen Kultur, ihrer Kunstfertigkeit und der Organisation des Reiches.
Skythen: Diese ostiranischen Völker prägten die eurasischen Steppen und verbreiteten iranische kulturelle Elemente.
Persische Sprache (Farsi): Sie ist der direkte Nachfolger der altpersischen Sprache und ein wichtiges Symbol der persischen Identität, auch wenn der moderne Iran ein Vielvölkerstaat ist.
Wichtige Elemente & Erbe:
Die altiranische Kultur ist somit eine faszinierende Mischung aus nomadischen Wurzeln, imperialer Pracht und tiefen spirituellen Traditionen, deren Erbe in der modernen Kultur Persiens (Iran) und darüber hinaus fortlebt.
Skythen
Als Skythen bezeichnet man mehrere Reiternomadenvölker, die etwa seit dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. die eurasischen Steppen nördlich des Schwarzen Meeres besiedelten. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich im heutigen Südrussland und der Ukraine von der unteren Wolga und dem Kuban bis zum Dnister.




