ORF ›Zur Sache Spezial‹: Dr. Siroos Mirzaei über die Perspektive der iranischen Bevölkerung

Vorwort

Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf den Wortmeldungen des iranischen Arztes und Menschenrechtsaktivisten Dr. Siroos Mirzaei, die in der ORF‑Sendung „Zur Sache Spezial: Angriff auf den Iran“ vom 1. März 2026, 20:15 Uhr, vor allem die Perspektive der iranischen Bevölkerung sowie deren gesellschaftliche und politische Situation thematisieren. Diese Sichtweise wird in der österreichischen Medienberichterstattung und in Expertenrunden häufig nur eingeschränkt abgebildet.

Die Zusammenfassung folgt daher einer entsprechenden thematischen Gewichtung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit aller geäußerten Positionen.

iraniaustria.at: Im Anschluss an diesen Beitrag folgt eine Stellungnahme von Dr. Siroos Mirzaei zur Darstellung der iranischen Bevölkerung in österreichischen Medien.

Angesichts der österreichischen Berichterstattung zum Iran, in der gesellschaftliche Entwicklungen und oppositionelle Stimmen aus der iranischen Bevölkerung teilweise wenig Beachtung finden, habe ich Dr. Siroos Mirzaei um seine Einschätzung gebeten. Seine Stellungnahme folgt im Anschluss*.

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Die Zusammenfassung

Aktuelle Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran

Im Interview wurde die aktuelle Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran thematisiert. Ausgangspunkt war ein nächtlicher Luftangriff Israels und der USA auf den Iran, bei dem nach Angaben des Moderators der oberste religiöse Führer Ali Chamenei getötet worden sei. Die iranische Führung wertete die Angriffe als Kriegserklärung und kündigte eine Gegenoffensive an. Diskutiert wurden die Stabilität des iranischen Regimes sowie mögliche weitere Entwicklungen des Konflikts.

Der iranischstämmige Arzt und Menschenrechtsaktivist Siroos Mirzaei erklärte, dass die im Ausland sichtbaren Jubelbilder, unter anderem in Wien und anderen europäischen Städten, aus seiner Sicht die Stimmung eines großen Teils der iranischen Gesellschaft widerspiegeln würden. Er verwies auf die große iranische Diaspora, die enge familiäre Verbindungen in den Iran habe. Diese Feiern richteten sich seiner Darstellung nach nicht gegen den Iran als Staat, sondern gegen die islamische Führung des Landes. Die Angriffe würden von vielen Regimegegnerinnen und -gegnern als Schlag gegen die bestehende Machtstruktur verstanden und daher begrüßt.

Die völkerrechtliche Einordnung der Militärschläge wurde von der Völkerrechts- und Nahostexpertin Yvonne Karimi‑Schmidt kritisch beurteilt. Sie bezeichnete die Angriffe als völkerrechtswidrig und betonte, dass nach Artikel 51 der UN‑Charta ein Recht auf Selbstverteidigung nur bei einem unmittelbaren bewaffneten Angriff bestehe. Ein solcher sei zum Zeitpunkt der Angriffe nicht gegeben gewesen. Unabhängig von schweren Menschenrechtsverletzungen durch das iranische Regime dürfe das Völkerrecht ihrer Ansicht nach nicht relativiert oder außer Kraft gesetzt werden.

Thematisiert wurde auch die internationale Reaktion. Während Russland, China und Nordkorea den Iran unterstützten oder das Vorgehen der USA und Israels kritisierten, äußerten sich mehrere europäische Staaten vor allem kritisch zur angekündigten iranischen Gegenreaktion. Diese Haltung wurde von der Expertin als überraschend bezeichnet und als einseitige Auslegung des Völkerrechts bewertet. Sie ging davon aus, dass die Ereignisse nach der ersten Phase der internationalen Verunsicherung künftig differenzierter beurteilt werden könnten.

In einem weiteren Teil des Interviews zog der Moderator einen Vergleich zu den Ereignissen des Sommers 2025 und fragte nach möglichen Parallelen zum Beginn des sogenannten Zwölf‑Tage‑Kriegs, bei dem Israel ebenfalls den Erstschlag geführt hatte und die USA anschließend involviert waren. Dabei stellte er die Frage, ob die aktuellen Angriffe ähnliche Muster aufwiesen oder ob sie eine neue Dimension erreicht hätten.

Militärische Einordnung durch den ehemaligen Brigadier Walter Feichtinger

Der ehemalige Brigadier und Militärexperte Walter Feichtinger bestätigte formale Parallelen im Ablauf, betonte jedoch deutliche Unterschiede in der Zielsetzung. Während die Luftangriffe im Juni 2025 ausdrücklich auf iranische Nuklearanlagen begrenzt gewesen seien und als präzise sowie zeitlich eingeschränkte Militäraktion dargestellt wurden, gehe es nun um deutlich weiterreichende Ziele. Nach Feichtingers Einschätzung deuten die aktuellen Entwicklungen darauf hin, dass es nicht mehr nur um militärische Infrastruktur, sondern um eine grundlegende politische Veränderung bis hin zum möglichen Sturz des iranischen Regimes gehe. Ein solcher Ansatz habe weitreichendere militärische und politische Konsequenzen, deren Ausmaß derzeit noch nicht absehbar sei.

Militärische Einordnung durch den ehemaligen Brigadier Walter Feichtinger

Abschließend wurde vom Moderator kritisch hinterfragt, welche Bedeutung die bis kurz zuvor geführten Verhandlungen in Genf gehabt hätten und ob diese angesichts der militärischen Eskalation lediglich als Fassade zu werten seien. Diese Frage leitete zur weiteren Diskussion über die Glaubwürdigkeit diplomatischer Prozesse im Vorfeld des Konflikts über.

Heinz Gärtner: Politikwissenschaftliche Perspektive und US‑Politik

Der Politologe und USA‑Experte Heinz Gärtner widersprach der Darstellung, wonach die bis zuletzt geführten Gespräche lediglich eine Täuschung gewesen seien. Er erklärte, dass insbesondere in Bezug auf das iranische Nuklearprogramm — andere politische Themen ausdrücklich ausgenommen — in den Verhandlungen bereits erhebliche Fortschritte erzielt worden seien.

Nach Gärtners Einschätzung deutet dies darauf hin, dass es auf diplomatischer Ebene kurz vor der militärischen Eskalation durchaus substanzielle Annäherungen gegeben habe, die nun durch die aktuellen Ereignisse infrage gestellt würden.

Dr. Siroos Mirzaei zu den militärischen Auseinandersetzungen

Auf die Frage des Moderators, ob der Iran durch weitergehende Zugeständnisse in den Verhandlungen militärischen Angriffen hätte entgehen können, nahm der iranische Arzt und Menschenrechtsaktivist Siroos Mirzaei ausführlich Stellung.

Dr. Mirzaei stellte zunächst klar, dass er frühere militärische Auseinandersetzungen, insbesondere den sogenannten Zwölf‑Tage‑Krieg, nicht als klassischen Erst- oder Präventivschlag Israels bewerte. Er argumentierte, dass der Iran Israel bereits zuvor indirekt über verbündete Akteure in der Region angegriffen habe und die Eskalation daher nicht isoliert betrachtet werden könne. Zudem verwies er auf langjährige, öffentlich geäußerte Drohungen der islamischen Führung Irans gegenüber Israel, die aus seiner Sicht eine kontinuierliche Anstachelung zum Konflikt darstellten.

Grundsätzlich äußerte Mirzaei starke Zweifel an der Sinnhaftigkeit diplomatischer Gespräche mit der Führung der Islamischen Republik. Er bezeichnete das politische System als repressiv und gewaltförmig und vertrat die Auffassung, dass Verhandlungen mit einer solchen Führung keine nachhaltigen Ergebnisse bringen könnten. Zur Untermauerung seiner Kritik verwies er auf aus seiner Sicht schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Iran sowie auf mutmaßliche gewaltsame Aktionen im Ausland.

Abschließend betonte Mirzaei, dass er Krieg und Gewalt grundsätzlich ablehne. Zugleich stellte er die Frage nach der Erfolgsaussicht von Dialogformaten mit einer Regierung, die seiner Darstellung nach massiv gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen sei.

Der Moderator fragte Siroos Mirzaei, ob der Iran bei den internationalen Verhandlungen realistische Chancen gehabt hätte und ob weitergehende Zugeständnisse militärische Angriffe hätten verhindern können.

Mirzaei verneinte dies grundsätzlich und ordnete die bisherigen militärischen Auseinandersetzungen anders ein als häufig dargestellt. Den sogenannten Zwölftagekrieg bezeichnete er nicht als klassischen Präventiv‑ oder Erstschlag Israels, da der Iran seiner Ansicht nach bereits zuvor über verbündete Gruppen in der Region militärisch gegen Israel vorgegangen sei. Die Eskalation habe daher eine längere Vorgeschichte.

Zudem verwies Mirzaei auf die seit Bestehen der Islamischen Republik wiederholt geäußerte Ablehnung Israels durch die iranische Führung. Diese Rhetorik wertete er als fortlaufende Anstachelung zu einem Konflikt. Vor diesem Hintergrund äußerte er grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit diplomatischer Gespräche mit der Führung in Teheran.

Er charakterisierte das politische System des Iran als gewaltgeprägt und vertrat die Auffassung, dass Verhandlungen mit einer solchen Führung keine belastbaren Ergebnisse liefern könnten. Zur Begründung verwies er auf aus seiner Sicht schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Iran sowie auf mutmaßliche gewaltsame Aktionen im Ausland.

Abschließend betonte Mirzaei, dass er Gewalt und Krieg grundsätzlich ablehne. Zugleich stellte er infrage, welchen Sinn Gespräche mit einer Regierung hätten, die seiner Darstellung nach massiv gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen sei.

Zur Diskussion um eine von Donald Trump in Aussicht gestellte „Hilfe zur Selbsthilfe“

Auf die Frage des Moderators, ob die von Donald Trump in Aussicht gestellte Unterstützung einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ den Erwartungen der iranischen Protestbewegung entspreche, erklärte Siroos Mirzaei, dass große Teile der Opposition eine solche Unterstützung befürworteten.

Mirzaei schilderte die Situation im Iran als innerstaatlichen Konflikt, bei dem die Bevölkerung einer stark bewaffneten Staatsmacht gegenüberstehe. Er führte aus, dass die iranische Führung nach seiner Darstellung auch ausländische bewaffnete Kräfte einsetze, um Proteste im Land zu unterdrücken. Vor diesem Hintergrund seien die Möglichkeiten der unbewaffneten Zivilbevölkerung stark eingeschränkt.

Er betonte, dass die iranische Opposition zwar nicht einheitlich sei, ein erheblicher Teil jedoch internationale Unterstützung als notwendig ansehe. Neu sei aus seiner Sicht, dass erstmals seit Jahrzehnten eine erkennbare politische Alternative präsentiert werde. In diesem Zusammenhang verwies Mirzaei auf.

Der Moderator fragte, wo Reza Pahlavi politisch einzuordnen sei und wie groß sein Rückhalt in der iranischen Bevölkerung tatsächlich sei.

Reza Pahlavi, den im Exil lebenden Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der sich bereit erklärt habe, eine Übergangsphase politisch zu begleiten. Mirzaei hob hervor, dass Pahlavi nach eigener Darstellung über ein politisches Konzept verfüge und von einem Kreis an Fachleuten unterstützt werde.
Abschließend wurde darauf hingewiesen, dass Reza Pahlavi zuletzt verstärkt öffentlich aufgetreten sei und den Anspruch erhoben habe, in einer möglichen Übergangsphase eine Rolle zu übernehmen.

Der Moderator fragte, wo Reza Pahlavi politisch einzuordnen sei und wie groß sein Rückhalt in der iranischen Bevölkerung tatsächlich sei.

Völkerrechtliche Bewertung durch Yvonne Karimi‑Schmidt

Die Völkerrechts‑ und Nahostexpertin Yvonne Karimi‑Schmidt betonte, dass diese Frage nicht eindeutig zu beantworten sei und unterschiedliche Einschätzungen erfordere. Nach ihrer Darstellung sei die Unterstützung für Reza Pahlavi innerhalb des Iran eher begrenzt. Sie verwies auf internationale Medienberichte, wonach der Rückhalt in der Bevölkerung teilweise sehr niedrig eingeschätzt werde.

Karimi‑Schmidt erklärte, dass sie selbst diese Zahlen nicht vollständig teile, zugleich aber davon ausgehe, dass Reza Pahlavi keine breite Mehrheit der iranischen Bevölkerung hinter sich habe. Insgesamt sprach sie von einer eher geringen Akzeptanz im Land, wobei die tatsächliche Unterstützung je nach Quelle unterschiedlich beurteilt werde.

Siroos Mirzaei zu den regionalen militärischen Aktivitäten des Iran

Der Moderator sprach die jüngsten militärischen Aktivitäten des Iran in mehreren Ländern der Region an und fragte Siroos Mirzaei, wie groß die Gefahr sei, dass der Iran dadurch regional vollständig isoliert werde.

Mirzaei erklärte, dass sich der Iran nach seiner Einschätzung bereits seit Jahrzehnten selbst isoliert habe. Diese Isolation sei nicht erst eine Folge der aktuellen Eskalation, sondern Ergebnis der Außen‑ und Regionalpolitik der Islamischen Republik seit ihrer Gründung, insbesondere durch den Versuch, ihre Ideologie auch in mehrheitlich nicht‑schiitische Regionen zu tragen.

Zugleich äußerte Mirzaei die Ansicht, dass ein innerstaatlicher Bürgerkrieg im Iran derzeit unwahrscheinlich sei. Er argumentierte, dass die gesellschaftliche und politische Struktur des Landes nicht mit jener in Libyen oder Syrien vergleichbar sei und daher andere Dynamiken vorlägen.

In Bezug auf Reza Pahlavi betonte Mirzaei, dass die Unterstützung für ihn nicht zwingend als Wunsch nach einer Rückkehr zur Monarchie zu verstehen sei. Der Name stehe für viele Demonstrierende symbolisch für einen grundlegenden politischen Wandel. Nach Mirzaeis Darstellung sehe Pahlavis Konzept eine Übergangsregierung mit anschließender Volksabstimmung über die zukünftige Staatsform vor.

Abschließend sprach sich Mirzaei dafür aus, dass Europa dieses Modell unterstützen solle. Er begründete dies mit möglichen Vorteilen für regionale Stabilität, Energieversorgung und wirtschaftliche Zusammenarbeit und bewertete den aktuellen Zeitpunkt als günstig für einen politischen Systemwechsel im Iran.

Siroos Mirzaei über die Haltung der regimekritischen iranischen Bevölkerung zu Israel

Der Moderator fragte Siroos Mirzaei, wie der regimekritische Teil der iranischen Bevölkerung zu Israel stehe und ob ein gemeinsamer Gegner zu einer Annäherung führe oder ob historisches Misstrauen überwiege.

Mirzaei erklärte, dass es aus seiner Sicht im regimekritischen Teil der iranischen Gesellschaft traditionell keine grundsätzliche Ablehnung Israels gebe. Er verwies darauf, dass die Beziehungen zwischen Iran und Israel vor der Revolution von 1979 weitgehend unproblematisch gewesen seien und erst mit der Etablierung der Islamischen Republik eine offizielle Feindseligkeit entstanden sei. Diese Haltung gehe seiner Einschätzung nach auf eine relativ kleine, ideologisch stark geprägte Gruppe innerhalb des Regimes zurück.

Er führte weiter aus, dass die ablehnende Sprache gegenüber Israel vor allem durch staatliche Propaganda geprägt sei und sich auch in der offiziellen Berichterstattung widerspiegle. Demgegenüber hätten sowohl Teile der iranischen Diaspora als auch regimekritische Menschen im Iran selbst kein grundsätzliches Problem mit Israel.

Abschließend betonte Mirzaei, dass viele Regimegegner für die Zukunft sogar konstruktive Beziehungen zu Israel befürworteten. Er nannte dabei insbesondere mögliche Zusammenarbeit in wissenschaftlichen und technischen Bereichen, etwa in der Wasserwirtschaft, die aus seiner Sicht für den Iran von großer Bedeutung sei.


Dr. Siroos Mirzaei zur Darstellung der iranischen Bevölkerung in österreichischen Medien

iraniaustria.at: Im Anschluss an diesen Beitrag folgt eine Stellungnahme von Dr. Siroos Mirzaei zur Darstellung der iranischen Bevölkerung in österreichischen Medien.

Angesichts der österreichischen Berichterstattung zum Iran, in der gesellschaftliche Entwicklungen und oppositionelle Stimmen aus der iranischen Bevölkerung teilweise wenig Beachtung finden, habe ich Dr. Siroos Mirzaei um seine Einschätzung gebeten. Seine Stellungnahme folgt im Anschluss*.

*Dr. Siroos Mirzaei:

Das Problem, das wir haben, sind Fehlinformationen, die in den Medien verbreitet werden, insbesondere in Interviews. Diese kommen sowohl aus dem linken politischen Spektrum als auch von anderen sogenannten Experten, die in Österreich im Fernsehen auftreten oder in Zeitungen Interviews geben.

Dabei wird häufig behauptet, Reza Pahlavi spiele keine Rolle oder werde gar nicht erwähnt. In manchen Fällen wurde zuletzt sogar gesagt, er habe maximal ein Prozent Unterstützung in der iranischen Bevölkerung. Dem widersprechen jedoch die bekannten Tatsachen: Hunderttausende Menschen sind unter Lebensgefahr auf die Straße gegangen und haben nach Pahlavi gerufen. Natürlich sind nicht alle Monarchisten, aber selbst an Universitäten rufen Studierende nach Reza Pahlavi.

Die Unterstützung für Kronprinz Reza Pahlavi ist aus meiner Sicht sehr groß und liegt bei etwa fünfzig bis siebzig Prozent. Diese Tatsache wird bewusst ignoriert – teils aus Unwissen, teils aus ideologischen Gründen. Ideologisch deshalb, weil Teile der politischen Linken nicht akzeptieren wollen, dass jemand aus einer früheren Königsfamilie so viel Unterstützung erhalten kann, obwohl er über Jahre hinweg kontinuierlich gearbeitet, Interviews gegeben und ein politisches Programm entwickelt hat. Andere oppositionelle Gruppen hingegen werden trotz geringer gesellschaftlicher Wahrnehmung im Iran medial stark berücksichtigt.

Dieser Entwicklung muss man entgegenwirken. Die Zukunft des Iran hängt derzeit maßgeblich davon ab, dass die Medien ein realistisches Bild vermitteln. Nur dann können Politiker den Mut aufbringen, direkte Gespräche mit Reza Pahlavi aufzunehmen. Solange sogenannte Experten in den Medien den Eindruck erwecken, Pahlavi habe keine Unterstützung, sei unbekannt oder könne keine Stabilität im Iran gewährleisten, zögern europäische Politiker, andere politische Entscheidungen zu treffen.

Dabei ist bekannt, dass Reza Pahlavi nicht nur über ein klares Programm verfügt, sondern auch von zahlreichen Fachleuten unterstützt wird. Auch aus dem medizinischen Bereich stehen ihm Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen weltweit zur Seite. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Fachleute für Wasserwirtschaft, Energie, Finanz‑ und Wirtschaftspolitik. Keine andere oppositionelle Gruppe verfügt über ein derart breites und qualifiziertes Team, um während einer Übergangsphase Stabilität im Iran sicherzustellen.

Wenn diese Realität ernst genommen wird, besteht in diesem Jahr die größte Chance, einen politischen Wechsel herbeizuführen und den Weg für Demokratie im Iran zu öffnen.

Sendungsinformationen

Titel: Zur Sache Spezial: Angriff auf den Iran – Wie weit gehen USA und Israel?
Dauer: 48:16 Minuten
Format: ZIB & Info
Ausstrahlung: 1. März 2026, 20:15 Uhr
Sender: ORF III
Verfügbarkeit: bis 31. März 2026, 20:15 Uhr

Link: Zur Sache Spezial: Angriff auf den Iran – Wie weit gehen USA und Israel?

ORF ›Zur Sache Spezial‹: Dr. Siroos Mirzaei über die Perspektive der iranischen Bevölkerung